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Sprint-WM ohne Titelverteidigerin

Author: Dirk Gundel Thursday, January 20th, 2011 No Commented Under: Eisschnelllauf
DESGphoto Kyoo-Hyeok Lee DESGphoto / L. Hagen

Bei der Sprint-Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf am kommenden Wochenende in Heerenveen werden zum 42mal seit 1970 die Weltmeister im Sprintvierkampf ermittelt. Fehlen werden dabei gleich vier der sechs Medaillengewinner aus dem Vorjahr, darunter die Titelverteidigerin Sang-Hwa Lee aus Korea.  Während für die meisten Athleten die Weltmeisterschaft ein Saisonhöhepunkt ist,  verzichten viele asiatische Läufer auf einen Start um sich auf die Asienmeisterschaften ab dem 31.Januar in der neuen Eisschnelllaufhalle von Astana vorzubereiten. In Asien sind diese Titelkämpfe ein absolutes Highlight und die Sieger bekannter als die Weltmeister.

Sang-Hwa Lee hatte nach einer Trainingsverletzung allerdings derzeit wohl auch noch nicht die Form für die WM, so dass der Verband auf ihre Nominierung ebenso verzichtete, wie auf die des WM-Dritten des Vorjahres Kang-Seok Lee. Während das Herrenteam um Titelverteidiger Kyu-Hyeok Lee und Olympiasieger Tae-Beom Mo trotzdem noch zu den Favoriten zählt, startet das koreanische Damenteam ohne Ambitionen in die WM.

Auch der Vizeweltmeister aus dem Vorjahr konzentriert sich auf die Asienmeisterschaften. Der Japaner Keichiro Nagashima gewann zuletzt die Silbermedaille bei den Landesmeisterschaften in Morioka. Joji Kato und Yuya Oikawa konnten sich auf der Freiluftbahn nicht für die WM qualifizieren, starten in Astana aber über die 500 Meter.  Bei den Damen ist die WM-Zweite des Vorjahres, Sayuri Yoshii, nicht mehr aktiv. Dagegen sind die anderen starken Sprinterinnen um Nao Kodaira in Heerenveen am Start.

Während die Nordkoreaner um die Landesrekordlerin Hyon-Suk Ko überhaupt nicht gemeldet haben, verzichten die Chinesen auf ihre Topläufer. Jing Yu, Beixing Wang und Shuang Zhang fehlen in der Starliste. Hong Zhang, die sich in dieser Saison gleich um Sekunden steigern konnte, führt das Außenseiterteam in den Niederlanden an.

Die Gastgeber meldeten ein gänzlich neues Team im Vergleich zum Vorjahr, dort hatten aber bis auf Ronald Mulder die besten Niederländer verzichtet. Der schnelle Sprinter aus Enschede scheiterte am Montag nach langer Verletzung in den niederländischen Ausscheidungen, wo sich Kjeld Nuis den letzten Startplatz sichern konnte.

Die Nordamerikaner haben nach dem schwachen Abschneiden aus dem Vorjahr nur wenige Startplätze, die US-Damen sogar nur Einen.

Im deutschen Team waren Jenny Wolf, Judith Hesse sowie Nico Ihle und Samuel Schwarz nach den Weltcupleistungen vornominiert. Die letzten Tickets gingen im Januar in einer engen Ausscheidung an Denny Ihle und Gabriele Hirschbichler.

Während es die letzte deutsche Medaille bei den Herren 1991 in Inzell gab, Silber für Uwe-Jens Mey, hat Jenny Wolf die Bronzemedaille aus dem Vorjahr zu verteidigen.

www.speedskatingnews.info präsentiert hier die aktuelle Rangliste anhand der Saisonbestzeiten über 500 und 1000 Meter. Da die Saisonbestzeiten aus Calgary und Salt Lake City nicht vergleichbar sind mit den Zeiten die auf den “Flachlandbahnen” erzielt wurden, gab es jeweils pro Strecke einen Aufschlag von 0,5 Punkte in der Endberechnung.

Die 500 und 1000 Meter werden natürlich auch in diesem Jahr doppelt absolviert, für die Berechnung wird hier jedoch nur jeweils die beste Saisonzeit pro Strecke berücksichtigt.

Rangliste Damen:

Name 500 1000 Pkt * Pkt Platz
Christine Nesbitt CAN 37,86 1.14,03 74,875 +1 75,875 1
Heather Richardson USA 37,58 1.14,70 74,93 +1 75,93 2
Margot Boer NED 38,38 1.16,50 76,63   76,63 3
Jenny Wolf GER 37,94 1.17,47 76,675 76,675 4
Laurine van Riessen NED 38,63 1.16,52 76,89   76,89 5
Nao Kodaira JPN 38,43 1.17,24 77,05   77,05 6
Annette Gerritsen NED 38,68 1.16,93 77,145   77,145 7
Ireen Wüst NED 39,18 1.16,52 77,44   77,44 8
Maki Tsuji JPN 38,79 1.17,38 77,48   77,48 9
Shannon Rempel CAN 38,27 1.16,54 76,54 +1 77,54 10
Judith Hesse GER 38,82 1.17,53 77,585 77,585 11
Olga Fatkulina RUS 38,9 1.18,48 78,14   78,14 12
Miho Takagi JPN 39,34 1.17,70 78,19   78,19 13
Jekaterina Lobysjeva RUS 39,35 1.17,76 78,23   78,23 14
Hong Zhang CHN 38,98 1.18,68 78,32   78,32 15
Jekaterina Sjikhova RUS 39,84 1.17,64 78,66   78,66 16
Chiara Simionato ITA 39,54 1.18,46 78,77   78,77 17
Gabriele Hirschbichler GER 39,68 1.18,21 78,785 78,785 18
Bo-Ra Lee KOR 39,12 1.19,37 78,805   78,805 19
Shuai Qi CHN 38,79 1.20,14 78,86   78,86 20
Hege Bøkko NOR 40,28 1.17,57 79,065   79,065 21
Peiyu Jin CHN 39,15 1.20,03 79,165   79,165 22
Alla Sjabanova RUS 39,69 1.19,19 79,285   79,285 23
Jekaterina Ajdova KAZ 39,67 1.19,39 79,365   79,365 24
Hyeon-Yeong Kim KOR 39,94 1.19,20 79,54   79,54 25
Dan Li CHN 39,16 1.21,23 79,775   79,775 26
Yuki Matsuda JPN 40,63 1.19,20 80,23   80,23 27
Anna Badajeva BLR 39,73 1.21,44 80,45   80,45 28
Yvonne Daldossi ITA 40,43 1.20,18 80,52   80,52 29

 

Im letzte Jahr beendeten für die DESG nur Jenny Wolf (Dritte) und Heike Hartmann (Platz 22) den Wettkampf. Monique Angermüller wurde disqualifiziert, Judith Hesse erkrankte. Deshalb haben die deutschen Damen in diesem Jahr nur drei Startplätze.

Erfolgreichste Nation bei den Damen bleibt auch nach dieser WM Deutschland, dass 42 Medaillen, davon 19xGold gewann. Karin Enke und Monique Garbrecht mit sechs bzw. fünf Titel sind die erfolgreichsten Teilnehmerinnen in der Historie.

Jenny Wolf, die ihren ersten internationalen Wettkampf nach ihrer Hochzeit bestreitet, ist mit je einmal Gold, Silber und Bronze die erfolgreichste Starterin bei Sprint-Weltmeisterschaften im Teilnehmerfeld. Auch in diesem Jahr liegt eine Medaille in Reichweite der Berlinerin.

 

Rangliste Herren:

Name 500 1000 Pkt * Pkt Platz
Stefan Groothuis NED 35,24 1.08,51 69,495   69,495 1
Kyu-Hyeok Lee KOR 35,01 1.09,08 69,55   69,55 2
Shani Davis USA 35,15 1.07,58 68,94 +1 69,94 3
Nico Ihle GER 35,14 1.09,69 69,985 69,985 4
Pekka Koskela FIN 34,9 1.10,21 70,005   70,005 5
Jamie Gregg CAN 34,78 1.08,63 69,095 +1 70,095 6
Jan Smeekens NED 35,04 1.10,23 70,155   70,155 7
Jan Bos NED 35,51 1.09,64 70,33   70,33 8
Tae-Bum Mo KOR 35,36 1.09,95 70,335   70,335 9
Dmitrij Lobkov RUS 35,2 1.10,35 70,375   70,375 10
Aleksej Jesin RUS 35,51 1.09,90 70,46   70,46 11
Samuel Schwarz GER 35,73 1.09,56 70,51 70,51 12
Denny Morrison CAN 35,39 1.08,29 69,535 +1 70,535 13
Kjeld Nuis NED 35,65 1.09,77 70,535   70,535 14
Ryohei Haga JPN 35,41 1.10,55 70,685   70,685 15
Roman Kretsj KAZ 35,53 1.10,85 70,955   70,955 16
Joseph Lindsey USA 35,08 1.09,86 70,01 +1 71,01 17
Tucker Fredricks USA 34,88 1.10,27 70,015 +1 71,015 18
Joon Moon KOR 35,4 1.11,31 71,055   71,055 19
Mika Poutala FIN 35,64 1.10,95 71,115   71,115 20
Håvard Bøkko NOR 35,89 1.10,45 71,115   71,115 20
Ermanno Ioriatti ITA 35,7 1.11,29 71,345   71,345 22
Sergej Tsjadajev RUS 35,84 1.11,05 71,365   71,365 23
Akio Ohta JPN 35,13 1.12,53 71,395   71,395 24
Even S. Johansen NOR 36,01 1.10,92 71,47   71,47 25
Konrad Niedźwiedzki POL 36,04 1.11,04 71,56   71,56 26
Yuji Kamijo JPN 35,91 1.11,58 71,7   71,7 27
Christoffer Fagerli Rukke NOR 36,18 1.11,33 71,845   71,845 28
Nan Wang CHN 35,74 1.12,50 71,99   71,99 29
Denis Kuzin KAZ 36,87 1.10,33 72,035   72,035 30
Matteo Anesi ITA 36,59 1.10,94 72,06   72,06 31
Artur Was POL 36,06 1.12,02 72,07   72,07 32
Denny Ihle GER 35,96 1.12,95 72,435 72,435 33
Joel Eriksson SWE 36,92 1.11,13 72,485   72,485 34
Yaolin Zhang CHN 35,84 1.13,51 72,595   72,595 35
Takaharu Nakajima JPN 36,41 1.12,51 72,665   72,665 36
Daniel Greig AUS 36,34 1.12,88 72,78   72,78 37
Vitalij Mikhajlov BLR 36,88 1.12,01 72,885   72,885 38
Philip Brojaka GBR 37,23 1.12,07 73,265   73,265 39
Haralds Silovs LAT 37,38 1.11,89 73,325   73,325 40
Marius-Cristian Paraschivoiu ROU 36,57 1.13,77 73,455   73,455 41
Minghao Nan CHN 36,25 1.14,78 73,64   73,64 42
Pascal Briand FRA 39,16 1.13,01 75,665   75,665 43

 

In der letzten Saison gab es die Plätze 13 (Nico Ihle), 16 (Samuel Schwarz) und 23 (Jörg Dallmann) für das deutsche Team. In der aktuellen Saisonliste sind Nico Ihle und Samuel Schwarz sogar noch besser platziert. Während Nico und Denny Ihle verletzungsfrei durch die Vorbereitung kamen, musste Samuel Schwarz nach einer Erkrankung Anfang des Jahres etwa eine Woche pausieren.

Bei den Herren ist die USA mit 21 Medaillen, davon 8 aus Gold die erfolgreichste existierende Nation in der WM-Historie. Noch erfolgreicher waren die Sprinter der ehemaigen Sowjetunion, die bis 1991 sogar 10 Titel holten. Igor Zjelezovskij gewann für die Sowjetunion und Weißrussland 6 Gold- und eine Bronzemedaille. Der Kanadier Jeremy Wotherspoon errang zwischen 1998 und 2008 neun Medaillen, davon vier aus Gold.

Der einzige WM-Erfolg der Deutschen stammt aus dem Jahr 1971 durch Erhard Keller. Zudem gewann Uwe-Jens Mey drei Mal die Silbermedaille.

Die Wettkämpfe beginnen am Samstag und Sonntag jeweils um 13.15 Uhr mit den 500 Meter der Damen.

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