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DESG-News vom 21.Januar 2004

Author: Redaktion Wednesday, January 21st, 2004 No Commented Under: Eisschnelllauf

Anni Friesinger: Erfolgreicher “Seitensprung”

Eine Woche nach dem EM-Titel von Heerenveen sorgte Anni Friesinger (Inzell) bei den Sprint-WM in Nagano (Japan) für einen eindrucksvolle Fortsetzung ihrer Vier-Meisterschaften- Tournee. Weitere Titel und Medaillen sollen bei den Mehrkampf-WM im Februar in Hamar sowie bei den Einzelstrecken-WM in Seoul (Südkorea) folgen.

DESG-Cheftrainer Helmut Kraus: “Anni Friesingers Leistung war herausragend, da kann man nur den Hut ziehen. Auch Monique Garbrechts internationaler Einstand nach der Verletzungspause war sehr gut, besonders die 1000 Meter am Sonntag. Für Pamela Zoellner war es einfach schade, dass der Kampf um Platz acht so knapp verlorenging, ganze sieben Hunderstel fehlen. Jenny Wolf hat ihre Sache über 500 Meter gut gemacht, die 1000 Meter sind nicht ihr Ding. Bei den Männern hingegen gibt es nichts zu beschönigen. Christian Breuer blieb bis zu seinem Ausscheiden wegen Verletzung ebenso unter den Erwartungen wie Andreas Behr.”

Sprint-Vizeweltmeisterin Anni Friesinger: “Es war eine wunderbare Abwechslung, das hat riesig Spaß gemacht. Der Sprint ist schön, aber die Krone bleibt der Mehrkampf. In diesem Jahr möchte ich mir gern den Titel zurückholen, aber die Konkurrenz ist stark. Jetzt heißt es durchatmen und ein wenig die Erfolge genießen. Anfang Februar wird es dann wieder ernst.”

Shorttrack: Bisher erfolgreichste EM für Deutsche

Von ihrem achten Start bei Europameisterschaften haben die DESG-Starter das bisher beste Ergebnis mitgebracht. In Zoetermeer (Niederlande) holten zwei Medaillen (jeweils Bronze für die Staffeln der Männer und Frauen) und brachten fünf der sechs Starter in die Top Ten des Kontinents. Aika Klein (Rostock) verpasste als Vierte die erste internationale Einzelmedaille nur knapp, Sebastian Praus (Mainz) wurde Fünfter. Beide kamen über die abschließenden 3000 Meter ganz vorn ein, Klein wurde Dritte, Praus Zweiter.

“Das Ergebnis ist erfreulich und hätte ohne einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen sogar noch besser sein können”, sagt Jürgen Dennhardt (Dresden), Shorttrack-Cheftrainer in der DESG, “aber unser wichtigster Maßstab ist die Weltspitze, und die läuft noch eine Liga höher als die europäische Spitze. Bei den bevorstehenden Weltcups und bei der WM in Göteborg wollen wir ebenfalls Fortschritte nachweisen.”

Monique Garbrecht: “Eine Last ist von mir gefallen!”

Mit besonderer Spannung waren nicht nur Beobachter, sondern auch Monique Garbrecht- Enfeldt (Berlin) selbst auf ihr Abschneiden bei den Sprint-WM in Nagano gespannt. “Ich bin mit vielen Zweifeln an den Start gegangen. Wo stehe ich? Wird mein Knie halten? Wie wird der Trainingsausfall sich bemerkbar machen? Dazu kam die Reaktion meiner Adduktoren, die das Starttraining nicht gewöhnt waren” , erzählte Monique nach den WM, die sie als Fünfte beendete und zum Abschluss mit 1:17,6 min eine herausragende 1000-m-Zeit lief. “Auch mental war alles nicht so einfach zu verkraften. Wann bin ich schon mal eine WM aus der »Kalten« gelaufen? Dazu kam die Schwierigkeit, zum ersten Mal Bart Schouten, meinen Trainer, nach drei Monaten wiederzusehen.”

Monique entschied sich aber, wie in den Wochen zuvor auch bei der WM von Thomas Schubert betreut zu werden. “Doch die nächste Hiobsbotschaft folgte auf dem Fuße. Das Förderprogramm in Salt Lake City gibt es nicht mehr: Aus! Ende! Vorbei! Bart wurde gekündigt, das war ein Schock. Das alles außen vorzulassen war nicht einfach.”

Die WM selbst beschreibt Garbrecht-Enfeldt als ein Wechselbad der Gefühle: “Nach dem ersten 500-m-Lauf fiel eine große Last von meinen Schultern. Ich war wieder da! Auch mit den 1000 m am ersten Tag hatte ich einen guten Einstand. Alles sah danach aus, als fehle nur die Wettkampfhärte. Doch dann am zweitem Tag die 500 m: Platz 11 nach drei Strecken, eine Krise. Die Realität hat mich eingeholt und die Zweifel waren wieder da. Daher umso bemerkenswerter die zweiten 1000m zum Schluss, mit den ich mich auf Rang 5 katapultierte. Befreiung!

Die Kapazität ist da, doch war sie unter diesen Umständen schwierig abrufbar. Ich bin einfach nur super-happy über meinem 5. Rang bei der Sprint-WM. Das gab es für mich noch nicht in dieser Form, aber es beweist mir, dass ich dicht wieder dran bin.” Im Hinblick auf den Weltcup von Harbin sagt die Berlinerin: “Nachdem die Ungewissheit nun von mir gefallen ist, gilt es es nach diesem schweren Einstand zum Wochenende wieder die Aggressivität beim Laufen zu finden. Meine gehaltenen Bahnrekorde werde ich wohl kaum erreichen können, doch mit einem Platz auf dem Podium liebäugle ich schon.”

Nordische Juniorenspiele: Anton Hahn weiter in Rekordlaune

Bei den Nordischen Juniorenspielen (Nordic Junior Games) der Eisschnellläufer in der Berlin- Hohenschönhausener Halle gewann die niederländische Mannschaft bei den Junioren, das Team Österreich/Tschechien bei den Juniorinnen. Das DESG-Team belegte die Plätze vier und drei. Diese Reihung ist aber nur eingeschränkt aussagefähig, weil teilweise jüngere Junioren bzw. die zweite Reihe für die deutschen Farben am Start war. Für die herausragende Leistung sorgte 500-m-Sieger Anton Hahn (Erfurt), der zum wiederholten Male Deutsche Rekord der A-Junioren verbesserte. In Berlin fiel sowohl die Bestmarke über 500 Meter (nun 37,26 s) als auch über 2x 500 m (jetzt 74,54).

“Es war eine gut organisierte Veranstaltung mit reger Beteiligung aus 13 Nationen”, resümierte Junioren-Cheftrainerin Dr. Isolde Weidner (Berlin), “aus DESG-Sicht haben neben Anton Hahn auch Nico Ihle, Michael Bergmann, Thomas Schwarz, Maren Wittek, Felicitas Fettke und Stephanie Beckert überzeugt und für neue persönliche Bestleistungen gesorgt.”

Bevorstehende internationale Höhepunkte im Überblick:

Sprint-Weltcup in Harbin (24./25. Januar)
DESG-Starter: Monique Garbrecht-Enfeldt, Pamela Zoellner, Jenny Wolf (alle Berlin), Dino Gillarduzzi (Inzell), Sabine Völker, Judith Hesse (beide Erfurt).

Zeitplan: Sonnabend 12 Uhr 500 m B-Gruppe Damen und Herren, 13 Uhr 500 m A-Gruppe D+H; anschl. 1000 m A-Gruppe D+H; 16 Uhr 1000 m B-Gruppe D+H; Sonntag gleicher Ablauf (Hinweis: Chinas Ortszeit ist MEZ 7 Stunden voraus).

Shorttrack-Weltcup in Mlada Boleslav (6. bis 8. Februar)
DESG-Starter: Yvonne Kunze, Christin Priebst, Tina Grassow, Paul Herrmann (alle Dresden), Arian Nachbar, Andre Hartwig, Aika Klein, Ulrike Lehmann (alle Rostock), Sebastian Praus (Mainz), Thomas Bauer (München).
Zeitplan (Ortszeit=MEZ): Freitag ab 17 Uhr 1500 m Vorläufe bis Finale; Staffel-Vorläufe; Sonnabend ab 13 Uhr 500 m Vorläufe bis Finale; Staffel-Halbfinals; Sonntag ab 11 Uhr 1000 m Vorläufe bis Finale; 3000 m (=MK-Entscheidung); Staffel-Endläufe; Siegerehrung.

Website: https://tinyurl.com/334sz (Ergebnisdienst: https://isu.cyberscoreboard.com)

DIES UND DAS

TEST BESTANDEN. Zwei Tage vor ihrer Abreise zum Weltcup nach Harbin (China) unterzogen sich Sabine Völker und Judith Hesse (beide Erfurt) auf ihrer Heimbahn erfolgreich einem letzten Formtest. Völker lief die 1000 Meter in 1:18,74 Minuten, Judith Hesse kam auf 39,68 Sekunden über 500 sowie und 1:20,95 Minuten über 1000 Meter.

TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER. Mit Hamburg erlebte der traditionsreichste deutsche Eisschnelllauf-Standort, der schon von manchem abgeschrieben wurde, wieder einen Wettkampf. Bei den Hamburger Jugendmeisterschaften maß sich der Nachwuchs vom Hamburger Schlittschuh-Club am Wochenende mit Gästen aus Berlin, Rostock und Soest. [ Zum Weiterlesen (Hamburger Abendblatt) ]

GEWECHSELT. Sascha Braetsch (bisher TSC Berlin) startet jetzt für den SC Berlin, Uwe Herrmann (ESC Dresden) für den EV Dresden. ABSAGE. Wegen seiner in Nagano wieder aufgetrenen Probleme mit der Lendenwirbelsäule wird sich Christian Breuer beim Weltcup in Harbin nicht an den Start gehen und sich stattdessen einer genaueren Untersuchung beim leitenden DESG-Verbandsarzt Dr. Volker Smasal (München) unterziehen.

JUBILARE. Im Januar begingen 3 DESG-Mitstreiter einen runden Geburtstag. Am 8. Januar wurde die Berliner Landestrainerin Karin Drbal 50 Jahre jung, die gleiche Zahl hat am 21. Januar DESG-Justiziar Ralph Wollmann (Traunstein) auf der Torte stehen. Helge Jasch (Bad Endorf), Assistent des Cheftrainers Eisschnelllauf, beging am 19. Januar seinen 40. Geburtstag.

Eisschnelllauf im Fernsehen

Sonnabend (24 Jan) 7.40-17.00 Uhr ARD ARD-Sportschau live u. a. mit Zusammenfassung vom ESL-Weltcup in Harbin/Reporter: Ralf Scholt
Sonntag (25 Jan) 8.20-11.15 Uhr ARD ARD-Sportschau live u. a. mit Zusammenfassung vom ESL-Weltcup in Harbin/Reporter: Ralf Scholt
Sonntag (25 Jan) 17.10-18.00 Uhr ZDF ZDF-Sportreportage u. a. mit Zusammenfassung Eisschnelllauf-Weltcup Harbin, Moderator: Rudi Cerne
Sonnabend (7 Feb) 12.55-16.50 Uhr ZDF “Sport extra” u.. a. mit Mehrkampf-WM ESL in Hamar (vorauss. ab 15.45 Uhr), Reporter: Wolf-Dieter Poschmann, Moderation: Michael Steinbrecher
Sonntag (8 Feb) 12.50-17.00 Uhr ZDF “Sport extra” u.. a. mit Mehrkampf-WM ESL in Hamar (vorauss. ab 14.40 Uhr), Reporter: Wolf-Dieter Poschmann, Moderation: Michael Steinbrecher
Sonntag (8 Feb) 17.10-18.00 Uhr ZDF ZDF-Sportreportage u. a. mit Zusammenfassung Eisschnelllauf-WM Hamar, Moderator: Norbert König

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