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Sensationssieg des Frauen Teams

Author: Dirk Gundel Sunday, November 21st, 2010 No Commented Under: Eisschnelllauf
DESGphoto Isabell Ost DESGphoto / L. Hagen

Nach den Abgängen der arrivierten Damen (Daniela Anschütz-Thoms wurde am Samstag offiziell verabschiedet), sowie der Formschwäche von Katrin Mattscherodt, waren die Erwartungen an das deutsche Frauenteam gering. Doch mit den teilweisen schwächeren Vorstellungen der anderen Teams und einer überraschend starken Vorstellung von Isabell Ost, Jennifer Bay und Stephanie Beckert rückte die Medaille in die Nähe. Und als die Kanaderinnen nach einem Sturz ausschieden, war die Sensation perfekt- Sieg für Deutschland. Man kann ohne Übertreibung feststellen, dass dies einer der überraschendsten Weltcupsiege in der Historie der DESG war. Großartige Belohnung auch für die jungen Damen, die in den letzten Wochen mit tollen Steigerungen überrascht haben. Die Niederlande als Zweiter und Norwegen als Dritter komplettierten das Podium. Obwohl Deutschland bereits für die WM als Gastgeber qualifiziert ist, so ist der Weltcup doch für die Auslosung bei der WM entscheidend.

Bei den Herren war das Team der USA eine Klasse für sich. Shani Davis, Trevor Marsicano und Jonathan Kuck siegten in 3.43,10 deutlich vor Norwegen und den Niederlande. Das deutsche Team hielt sich hervorragend und kam in der Besetzung Marco Weber, Robert Lehmann und Patrick Beckert auf den sechsten Rang. Cheftrainer Markus Eicher hat als Ziel ausgegeben, dass beide Teams sich auch sportlich für die WM qualifizieren sollen, dafür wurde in Berlin ein erster guter Schritt getan.

Im 1000 Meter Rennen der Herren revanchierte sich Shani Davis für seine Pleite am Vortag und siegte in 1.08,82 vor Kyu-Hyeok Lee aus Korea (1.09,08) und Simon Kuipers (1.09,11) aus den Niederlanden. Die deutschen Sprinter sind weiter im Hoch. Nico Ihle blieb erstmals auf einer Flachlandbahn unter 1.10 min und kam in 1.09,69 auf Platz Sieben. Samuel Schwarz bleib ebenfalls unter 1.10 min und kam in 1,09,93 auf Platz 13. Für Jörg Dallman sind solche Zeiten nicht machbar, ein wenig schneller als 1.11,11 und Platz 18 wäre er aber gern gelaufen. Auch abseits vom Eis war Shani der große Star, regelrechte Jagdszenen spielten sich ab, als der Amerikaner bei den Autogrammsammlern vorbeikam.

Über die 1000 Meter der Frauen war Christine Nesbitt einmal mehr eine Klasse für sich. Die Olympiasiegerin feierte bereits ihren vierten Saisonerfolg mit Siegen jeweils über 1000 und 1500 Meter.  Diese Serie wird nun reißen, da die Kanadierin in Asien nicht am Sprintweltcup teilnehmen wird. In 1.15,86 siegte Nesbitt vor der starken Heather Richardson aus Kanada (1.16,31) und der Niederländerin Margot Boer (1.16,51).

DESGphoto Christine Nesbitt DESGphoto / L. Hagen

Für Monique Angermüller hat sich der Startverzicht am Freitag und Samstag sichtbar gelohnt. Zwar ist die Berlinerin noch längst nicht in Topform, aber die Trainingseinheiten nach ihrer Verletzung haben offensichtlich gut getan. In 1.17,08 reichte es in Berlin zum achten Platz. Judith Hesse präsentierte sich auf der ungeliebten langen Strecke erneut sehr formstark und kam in 1.17,53 sec auf Rang 15. Gabriele Hirschbichler verfehlte ihr Ziel knapp und blieb in 1.18,28 min über der 1.18 Minuten Marke.

In der B-Gruppe sah man einen zufriedenen Hubert Hirschbichler, der seine Bestzeit um fast eine halbe Sekunde verbessern konnte, und einen zutiefst enttäuschten Frank Steiner, der sein Ziel den Aufstieg in die A-Gruppe deutlich verfehlte. Der Dresdner war in der Schlussrunde platt und konnte seinen starken Lauf aus der Vorwoche nicht wiederholen.

Der Sieg ging an den Finnen Pekka Koskela in 1.10,21 min vor dem Kasachen Kuzin (1.10,33).

Bei den Frauen waren keine deutschen Läuferinnen am Start, einmal mehr gab es eine Überraschung aus Norwegen, Hege Bøkko siegte in 1.17,57 deutlich vor der Russsin Skokova (1.18,20). Cindy Klassen brach in der Schlussrunde ein, rettete als Dritte aber den Aufstieg in die A-Gruppe.

Überhaupt die Norweger, eine starke Fan-Unterstützung im Rücken und den derzeit stärksten Nachwuchs der Welt, da ergeben sich zusammen mit ein paar älteren Athleten völlig neue Dimensionen. Dagegen erlebten die Niederländer ein sportliches Waterloo, nur ein Sieg in Heerenveen, gar überhaupt Keiner in Berlin, das gab es für die erfolgsverwöhnten “Oranjes” schon lange nicht mehr.

Stimmen:

Hubert Hirschbichler: “Ich bin zufrieden, habe meine Bestzeit deutlich verbessert. Andererseits wäre bei einem starken Gegner noch mehr möglich gewesen, dann wären die 1.12. min gefallen. Ich hatte einen sauberen Lauf.

Die Zuschauer haben mir nichts ausgemacht, ich kannte das ja schon von den Juniorenweltmeisterschaften. Jetzt bereite ich mich auf die Qualifikation im Januar vor und hoffe dann mich für die nachfolgenden Weltcups zu qualifizieren.”

Nico Dorsch: “Ich konnte hier leider nur zuschauen. Die ISU hat die Norm in diesem Jahr erhöht, so dass ich nicht teilnehmen konnte. Wir hatten im Vorfeld zu wenig ISU-Wettkämpfe, sonst hätte ich die Zeit noch letzte Woche laufen können, gut drauf bin ich eigentlich. Bei solch einem Meeting wie dem Weltcup, läuft man dann ohnehin meist schneller als in einem Testrennen.”

Nico Ihle: “Wenn es einmal läuft, dann läuft es. Es war ein ähnlich guter Lauf wie beim Deutschen Rekord. Ich bin einfach nur happy. Es war ein tolles Gefühl als Platz 1 im Ziel aufleuchtete. Vor einem Jahr war ich hier Bestzeit gelaufen, diesmal war ich über eine Sekunde schneller, einfach unglaublich.”

Samuel Schwarz: “Ich bin mit meinem Angang sehr zufrieden, eine solch gute 600 Meter Zeit hatte ich in Europa noch nicht. leider konnte ich es hinten heraus nicht ganz halten. Wenn ich auf der Innenbahn die letzte Kurve hätte laufen können, wäre sicher mehr möglich gewesen. Ärgerlich, dass ich im Klassement nur so knapp hinter den Läufern vor mir bin, aber egal ich bin in der Weltklasse und die Zeit war ja wieder nicht schlecht.

Ich habe mit meinem Trainer abgesprochen in dieser Woche wieder etwas Frische aufzubauen, dann greifen wir in Asien erneut an.

Jörg Dallmann: “Ich bin nicht ganz zufrieden, aber es ist halt auch nicht motivierend, wenn man erfährt, dass egal wie die Leistung ist, ich nicht mit nach Asien fahren darf. Geärgert habe ich mich über den Zielsprint, es fehlten ein paar Meter und ich wäre an meinem Gegner noch vorbeigezogen. Jetzt fahre ich nach Hamar und bestreite dort die 1500 Meter.”

Judith Hesse: “Ich bin happy, im Moment sind meine Leistungen stabil. Das ich über 1000 Meter besser geworden bin, hat mit dem veränderten Training zu tun. Wegen meiner Rückenprobleme mussten wird das Training umstellen. Ich gehe jetzt mit nach Asien und versuche dort an die Leistungen aus Berlin anzuknüpfen.

Frank Steiner: “Ich weiß nicht was heute los war, ich habe in den Kurven keinen Druck auf das Eis bekommen. Vielleicht habe ich mir im Vorfeld zu viel Druck aufgebaut. Ich war mir sicher, dass ich hier was reißen kann.

Marco Weber: “Wir haben nicht auf Zeiten geschaut und sind unser Rennen gelaufen, es hat eigentlich gepasst, uns fehlt aber noch die Geschwindigkeit.”

Jennifer Bay: ”Das ist total unwirklich, ich kann es noch gar nicht glauben. Der erste Weltcupsieg, damit habe ich nie gerechnet.”

Markus Eicher: “Es hab Licht und Schatten, insgesamt bleibt ein positiver Eindruck. Im Sprintbereich ist natürlich Jenny Wolf herauszuheben, die eine beeindruckende Leistung zeigt, aber auch Judith Hesse hat nun endlich den Sprung an die Spitze geschafft. Bei Monique Angermüller sind deutliche Fortschritte erkennbar, wir haben sie extra aus dem Wettbewerben am Freitag und Samstag abgemeldet. Sie wird bald wieder in der absoluten Weltspitze sein.

Bei den Herren hat Nico Ihle überzeugt, das war schon Klasse. Heute waren wir mit Samuel Schwarz nicht ganz zufrieden, ihm hat hintenheraus die Kraft gefehlt. Frank Steiner hat schlichtweg enttäuscht. Bei Denny Ihle sind die Trainingsleistungen im Moment deutlich besser, dort erwarten wir einen Sprung.

Im Langstreckenbereich hat Stephanie Beckert wieder überzeugt, allerdings war der Lauf gestern nicht optimal. Heute im Team war das eine Klasse besser. Jennifer Bay, Bente Kraus und Isabell Ost haben sich gut entwickelt. Für Katrin Mattscherodt ist es jetzt wichtig sich voll und ganz auf die langen Strecken zu konzentrieren, dort liegt ihre Chance.

Die Lang- und Mittelstreckler werden am Dienstag nach Hamar fliegen, dort laufen Jennifer Bay, Isabell Ost, Stephanie Beckert, Bente Kraus und Katrin Mattscherodt sowie Jörg Dallmann, Robert Lehmann, Tobias Schneider, Patrick Beckert, Marco Weber und Moritz Geisreiter.

Die Sprinter fliegen am kommenden Wochenende nach China, es werden Jenny Wolf, Monique Angermüller, Judith Hesse, Gabriele Hirschbichler, Nico Ihle, Denny Ihle, Samuel Schwarz und Frank Steiner starten. Frank Steiner läuft auf Bewährung, er muss in China Leistung bringen, sonst wird er nicht mit nach Japan gehen.

Für die Mehrkämpfer steht dann vom 1.12.-19.12. ein Trainingslager in Südafrika auf dem Plan. Wir werden in der Nähe des Hotels der Spanier bei der Fußball-WM untergebracht sein und hoffen natürlich das dies ein gutes Omen ist.

Am 2.Januar wird dann eine EM-Qualifikation stattfinden, gelaufen werden dort de 500 und 1500 Meter, zudem wird die beste Zeit über 3000/5000 Meter im Weltcup berücksichtigt. Stephanie Beckert hat auf Grund ihrer Leistungen einen Startplatz sicher, alle Anderen nicht.

Eine Woche später findet dann die Qualifikation für die Weltcups statt.

Bericht vom 2.Tag

Bericht vom 2.Tag B-Gruppe

Bericht vom 1.Tag

Bericht vom 1.Tag B-Gruppe

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